Einblick in die wunderbare Kykladen-Architektur Freitag 7 September 2018
Einblick in die wunderbare Kykladen-Architektur

Zuerst wählt man die Steine aus. Dann legt man sie in die richtige Reihenfolge. Schließlich "klemmt man" Sie in richtiger Position ein und benutzt hierzu Schlamm als Werkzeug. Und so entsteht die berühmte "Xerolithia" (Trockensteinmauer).

Xerolithia ist nur eines der besonderen Konzepte der berühmten Kykladen-Architektur. Die Bewohner der Kykladen sind mit der Bedeutung dieser Kunst gut vertraut, da das richtige Mauerwerk und die Struktur seit jeher eher ein Mittel zum Überleben und nicht aus rein ästhetischen Gründen gewählt wurden. Piraten, die in den früheren Jahren die Ägäis durchstreiften, zwangen die Einwohner der Kykladen, geschützte Häuser zu errichten, die in einer befestigten Burg gelegen waren so wie bspw. diejenigen, die man in Ano Syros, Antiparos, Folegandros und Sifnos sieht.

Auf der anderen Seite setzte man der starken Sonneneinstrahlung und Sommerhitze schmale Steine und Fenster entgegen, wobei man dadurch auch bemüht war, mit einer Choleraepidemie fertig zu werden, was letztendlich zur Auswahl von weißem Kalk für die Häuserwände führte. Eine charakteristische Öffnung an der Nordseite der Häuser bietet im Sommer wunderbare Kühle und schützt im Winter vor kalten Brisen!

Die Architektur in den Kykladen ist eine Kombination, die sich zusammensetzt aus den Bedürfnissen der Bewohner und der Mittel, die den Bauherren, welche im Wesentlichen die Bewohner selbst waren, zu dieser Zeit zur Verfügung standen. Die Bedürfnisse, die diesen Baustil bestimmten, standen nicht nur im Zusammenhang mit dem Überleben, sondern auch mit den täglichen Arbeiten. Zum Beispiel können durch schön gekrümmte Bögen Häuser erweitert werden. Ein weiteres gemeinsames Merkmal, "Anogia" (loftartige Strukturen) und "Katogia" (kellerartige Strukturen) bilden lediglich Hauserweiterungen nach oben und nach unten. Erstere wurden als typische steinerne Schlafzimmer, letztere als Keller und Lagerhäuser verwendet. So wurden die Häuser in den Kykladen oft zu ein- oder zweistöckigen Häusern mit einer charakteristischen Verwendung von Stein gebaut, der bei der Konstruktion dominierte, von den Fundamenten bis hin zu den Balkonen und Innentreppen. Der Stil wird durch gewölbte und manchmal flache Dächer und ein scheinbar unausgeglichenes Erscheinen des Innenbereichs ergänzt, was unerwarteterweise ein Gefühl der Harmonie mit der Zweckmäßigkeit des Gebäudes in Verbindung mit seiner Schönheit und Ästhetik bietet.

Gebäude auf den Kykladen zeigen uns, dass die Bewohner darin ausgebildet sind, ihre natürlichen Ressourcen zu nutzen und im Gleichgewicht mit ihnen zu leben. Ein weiteres Ergebnis dieser Tendenz sind die "yposkafa" Häuser, Häuser, die aus natürlichem, massivem vulkanischem Material geformt wurden und in eine voll funktionsfähige Residenz mit einigen Schnitzereien und einer Mauer verwandelt wurden! Eine ähnliche Technik wird auch bei der Kreation von "syrmata" verwendet, sprich Höhlen oder Gebäude am Meer, die durch Hinzufügen einer normalerweise bunten Tür in sichere Häfen für Fischerboote verwandelt wurden. Wir finden diese Konstruktionen in Milos und Kimolos.

Praktisch erbaute Gebäude, Steinwindmühlen, eindrucksvolle Klöster – die Architektur der Kykladen ist ein Zeugnis von Schönheit, Selbstgenügsamkeit, Witz und der Geschichte der einzigartigen Kykladen!

 

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